Kronprinzessin Amalia & Co: Der Club der künftigen Königinnen

Kronprinzessin Amalia & Co: Der Club der künftigen Königinnen

In den nächsten Jahrzehnten werden fünf neue Königinnen in Europa den Thron besteigen – so viele wie noch nie zuvor. Welche Chancen das für die Monarchien bedeutet, und welche Kronprinzessin es besonders schwer haben wird

„Wenn Amalia keine normale Jugend haben kann, scheitern wir als Eltern”, sagte das Königspaar einmal Foto: RVD, Jeroen van der Meyde

„Wenn Amalia keine normale Jugend haben kann, scheitern wir als Eltern”, sagte das Königspaar einmal

Foto: RVD, Jeroen van der Meyde

Kronprinzessin Amalia: Sie kann es kaum erwarten den Thron zu besteigen
Es ist dieser eine Satz, der damals Neunjährigen, der schon eine gewisse Vorfreude auf den Thron vermuten lässt. „Wie lange bleibst du König, Papa?”, fragte Amalia ihren Vater nach seiner Krönung im Jahr 2013. In den Niederlanden ist der Amtsverzicht nach ein paar Jahrzehnten schließlich eine Art Familientradition. Schon jetzt wirkt es so, als sei Kronprinzessin Amalia mit einem enormen Selbstbewusstsein gesegnet geworden. Von Schüchternheit ist bei öffentlichen Auftritten zumindest keine Spur. Dass die Älteste von drei Schwestern ihrer künftigen Aufgabe gewachsen sein wird, bezweifelt in ihrer Heimat kaum jemand.

Die Niederländer hegen großes Vertrauen in weibliche Herrscherinnen, immerhin war ihr Land, bis zur Krönung von Willem-Alexander, 123 Jahre in Frauenhand. Königin Wilhelmina, Königin Juliana und Königin Beatrix haben vorgemacht, was in anderen Ländern bis heute kaum denkbar ist: Sie haben als Frauen den Thron regiert. In einer Familie mit so starken, weiblichen Vorbildern aufzuwachsen, hat sicher einen positiven Einfluss auf Kronprinzessin Amalia.

Bis die Tochter von König Willem-Alexander und Königin Maxima einen Vorgeschmack auf ihre künftige Rolle als Thronerbin bekommt, dauert es allerdings noch ein paar Jährchen. Erst mit 18 wird die Kronprinzessin offizielle Aufgaben übernehmen und Mitglied des Staatsrates werden. Auch finanziell wird sich die Volljährigkeit für die junge Niederländerin lohnen: Laut Parlamentsbeschluss wird sie dann jährlich 250.000 Euro erhalten.

Kronprinzessin Elisabeth von Belgien blüht immer mehr auf Foto: Koninklijk Paleis, Christian Lambiotte

Kronprinzessin Elisabeth von Belgien blüht immer mehr auf

Foto: Koninklijk Paleis, Christian Lambiotte

Kronprinzessin Elisabeth: Sie wird in die Geschichte eingehen
Es ist noch gar nicht so lange her, da wirkte die Tochter von König Philippe und Königin Mathilde bei öffentlichen Auftritten sehr verunsichert, ja fast unglücklich. Menschenmassen schienen Kronprinzessin Elisabeth zu verängstigen. Verwunderlich ist das nicht. Wie soll ein Kind auch verstehen, was all diese fremden Menschen wollen?

Inzwischen kann man jedoch sehen, wie Kronprinzessin Elisabeth aufblüht. Selbstbewusst lächelt die Belgierin bei öffentlichen Terminen in die Kameras und schüttelt fleißig Hände. Sogar ihre Kleidung hat sich verändert. Die Outfits werden modischer, die Röcke kürzer. Die Kronprinzessin hat sich von einem schüchternen Entlein zu einem schönen Schwan gewandelt. Ein großes Selbstbewusstsein wird Elisabeth auch brauchen. Eines Tages wird sie schließlich die allererste Königin der Belgier werden und somit in die Geschichte eingehen. Eine große Aufgabe, die auf ihren zarten Schultern lastet. Es ist jedoch auch eine Chance, künftigen Königinnen den Weg auf den Thron zu ebnen.

Im Gegensatz zu Kronprinzessin Amalia, übernimmt sie schon seit dem Kindergartenalter repräsentative Aufgaben. Mit vier Jahren begleitete sie ihre Eltern beim traditionellen Nationalfeiertag. Mit 13 Jahren hielt Elisabeth bei der Gedenkfeier der Opfer des Ersten Weltkrieges eine selbst geschriebene Rede. Im selben Jahr sprach sie auch bei der Beisetzung ihrer Großtante Fabiola. Experten bescheinigen ihr großes Talent.

Prinzessin Ingrid Alexandra wird einmal den norwegischen Thron erben Foto: Getty Images

Prinzessin Ingrid Alexandra wird einmal den norwegischen Thron erben

Foto: Getty Images

Prinzessin Ingrid Alexandra: Das scheue Reh braucht noch Zeit
Noch hat die Enkelin von König Harald Zeit, bis sie das Zepter übernehmen wird. Nach ihrem Vater Kronprinz Haakon steht sie erst auf Platz zwei der norwegischen Thronfolge. Genau wie Kronprinzessin Elisabeth, wird auch sie einmal die erste Königin ihres Landes werden. Die „Königinnen-Ausbildung” hat deswegen bereits begonnen. Prinzessin Ingrid Alexandra gab schon mit zehn Jahren ihr erstes Interview. Ihr bisher größter Auftritt war das Entzünden der olympische Flamme bei der Eröffnungsfeier der Jugendolympiade im Februar 2016.

Glücklich wirkt die 13-Jährige bei ihren öffentlichen Aufgaben meistens nicht. Nur selten umspielt ein Lächeln ihr Gesicht. Beobachter beschreiben sie als schüchtern und zurückhaltend. Wie sie Fotoshootings findet, fragte ein Journalist die junge Norwegerin vor ein paar Jahren einmal. „Langweilig”, antwortete Ingrid Alexandra ehrlich. „Da muss man sitzen. Und sitzen. Und sitzen. Und sitzen!!“

Doch all das gehört zur Vorbereitung auf das Leben einer Königin. Es scheint zwar, als habe die Tochter von Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit noch nicht in ihre künftige Rolle gefunden, aber das muss sie auch gar nicht. Schließlich ist Ingrid Alexandra noch ein Kind, und bis zu ihrer Krönung ist noch jede Menge Zeit. 

Prinzessin Sofia und Kronprinzessin Leonor (r.) gibt es fast nur im Doppelpack Foto: Getty Images

Prinzessin Sofia und Kronprinzessin Leonor (r.) gibt es fast nur im Doppelpack

Foto: Getty Images

Kronprinzessin Leonor: Ihr steht die schwierigste Aufgabe bevor
Mit ihren blonden Haaren und den himmelblauen Augen sieht Kronprinzessin Leonor aus wie ein Engel. Einen Retter braucht die spanische Monarchie auch, um die nächsten Jahrzehnte zu überstehen. Nach der Abdankung von König Juan Carlos, beruhigten sich die Gemüter nur kurzfristig. Die Korruptions-Affäre um Infantin Cristina hat dem skandalumwitterten Königshaus erneut enormen Schaden zugefügt.

Immer wieder gibt es Proteste gegen König Felipe und seine Familie. Im September 2016 verbrannten fünf Mitglieder der separatistischen Linkspartei CUP ein Porträt des Regenten. Drei Monate später sind es schon 100 Demonstranten, die in Katalonien ebenfalls Bilder der spanischen Hoheit verbrannten. 

König Felipe und Königin Letizia versuchen den Protesten mit einer ausgeklügelten PR-Strategie entgegen zu wirken. Für die Kameras demonstrieren sie eine glückliche Familie. Kronprinzessin Leonor und Prinzessin Sofia sind wichtige Faktoren dieser Inszenierung. Die süßen Mädchen kommen gut an. Deswegen begleiten sie ihre Eltern auch immer häufiger bei öffentlichen Terminen. Die ehemalige Journalistin Letizia weiß schließlich um die Macht der Bilder. 

Mit 18 Jahren wird Leonor als Thronfolgerin vor dem Parlament vereidigt werden.
Sollte es dem spanischen Königspaar nicht gelingen, den geschundenen Ruf der Monarchie zu reparieren, wird Leonor eines Tages ein sehr schweres Erbe übernehmen. 

Victoria dürfte sie das Vorbild vieler künftiger Königinnen sein Foto: royalcourt.se

Victoria dürfte sie das Vorbild vieler künftiger Königinnen sein

Foto: royalcourt.se

Kronprinzessin Victoria: Vor ihr können alle Mädchen viel lernen
In einem Club der künftigen Königinnen wäre Kronprinzessin Victoria wohl so etwas wie die Anführerin. Sie könnte ihren jungen Kolleginnen Mut zusprechen, wenn die Bürde des Amtes zu schwer wird. Victorias Patenkind Amalia wird sicher von ihren Erfahrungen profitieren. 

Auch Kronprinzessin Leonor sollte sich einiges von der Schwedin abschauen. Durch ihren herzlichen Umgang mit dem Volk, hat Victoria ihren Vater König Carl Gustaf in Umfragen längst überholt. Laut „BT” stimmen 57 Prozent für Victoria, nur noch 19 für den amtierenden König. Die Schweden sind sich sicher, dass die 40-Jährige ihre Heimat in eine glorreiche Zukunft führen wird. Und mehr kann man sich als Kronprinzessin nicht wünschen.

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