Homosexuelle Royals – und warum sie sich nicht outen

Homosexuelle Royals – und warum sie sich nicht outen

Schätzungsweise bis zu zehn Prozent der Weltbevölkerung sind homosexuell. Auch Royals müssten rein statistisch dazugehören. Doch kaum einer von ihnen outet sich

Homosexualität ist in Adelskreisen ein Tabu

Im Fußball ist Homosexualität schon lange ein Thema. Obwohl sich die wenigsten Spieler bekennen, wird zumindest darüber diskutiert. In Adelskreisen ist die Vorliebe für das eigene Geschlecht hingegen noch ein absolutes Tabu. Gründe dafür gibt es zahlreiche.

Das größte Problem ist die, teilweise immer noch fehlende, gesellschaftliche Akzeptanz von Schwulen und Lesben. Nach wie vor wird gleichgeschlechtliche Liebe von einigen Menschen mit etwas Unanständigem assoziert. Homosexuelle werden wegen ihrer Neigungen weiterhin ausgegrenzt und diskriminiert. Ein Royal könnte genau das fürchten. Schließlich wüsste gleich die ganze Welt Bescheid – das Outing eines hochrangigen Adeligen würde nämlich einen enormen Presserummel mit sich bringen. Und das dürfte vielen königlichen Familien gar nicht lieb sein.

Homosexuelle Royals? Nach wie vor ein Tabu-Thema Grafik: Adelswelt

Homosexuelle Royals? Nach wie vor ein Tabu-Thema
Grafik: Adelswelt

Darum halten die Royals ihre wahre Orientierung geheim

Dazu kommt, dass die meisten Königshäuser stark mit der Kirche verbunden sind. Homosexualität gilt als Sünde, nur Mann und Frau sollen durch die Ehe verbunden werden. Ein Konflikt wäre da vorprogrammiert.

Bei einem schwulen oder lesbischen Monarchen stellt sich auch die Frage des Nachfolgers. Schließlich gilt es ein jahrhundertelanges Familienerbe zu bewahren. Schon so manche Dynastie ist in Ermangelung eines Nachkommens ausgestorben. Müsste ein homosexueller Regent also seinen Anspruch auf den Thron aufgeben? Wahrscheinlicher ist da eine Schein-Ehe. Nicht unüblich in Adelskreisen...

Bei so vielen Hürden ist es also kein Wunder, dass die meisten Royals auf ein Outing verzichten. Dabei ist Homosexualität unter Royals nun wirklich nichts Neues.

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Sie mussten ihre wahren Vorlieben verheimlichen

König Karl von Württemberg (1823-1891) war schwul, ebenso König Ludwig von Bayern (1845-1886). Letzterer befand sich in einem schrecklichen Zwiespalt zwischen seinem katholischen Glaube und seinem unaufhörlichen Begehren.

Prinzessin Isabella von Bourbon-Parma (1741-1763) war so unglücklich in eine Frau verliebt, dass sie sogar Selbstmordgedanken hatte. Das Objekt ihrer Begierde war nämlich ausgerechnet ihre Schwägerin Marie Christine von Österreich (1742-1798). Seitenweise schrieben sich die zwei Adeligen sehnsuchtsvolle Briefe. Eine lange Romanze war ihnen nicht vergönnt. Prinzessin Isabella starb mit 21 Jahren an Pocken. 

Prinzessin Isabella war in die Schwester ihres Mannes verliebt... Foto: Jean-Marc Nattier , Gemeinfrei

Prinzessin Isabella war in die Schwester ihres Mannes verliebt...
Foto: Jean-Marc Nattier , Gemeinfrei

Dieser Verwandte der Queen hat sich geoutet

Ein Royal hat sich trotz aller Widerstände zu seiner Orientierung bekannt. Vor einem Jahr offenbarte Lord Ivar Mountbatten (54), ein Cousin von Queen Elizabeth, seine Liebe zu Männern. 17 Jahre war er mit einer Frau verheiratet, ist Vater von drei Töchtern. „Ich habe mit meiner Sexualität lange gehadert und tue es immer noch irgendwie. Es war wirklich eine Reise, bis ich zu diesem Punkt gelangt bin”, erklärte der Lord gegenüber der britischen Zeitung „Daily Mail”. Heute lebt er mit einem Mann zusammen. „Ich bin jetzt viel glücklicher, aber ich bin immer noch nicht zu 100 Prozent zufrieden damit, schwul zu sein.”

Prinz William auf dem Tiel eines Schwulen-Magazins

Einen Unterstützer hat der 54-Jährige sicher in Prinz William. Der Ehemann von Herzogin Catherine setzte ein deutliches Zeigen gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Im Juni 2016 zierte er das Cover des Schwulen-Magazins „Attitude”. „Niemand sollte wegen seiner sexuellen Orientierung gemobbt werden. Mobbing ist Missbrauch, der lebenslanges Leid verursachen und lebensbedrohlich sein kann“, forderte er im Interview mit der Zeitschrift.

Und vielleicht hat Prinz William dadurch auch dazu beigetragen, dass aus einem Tabu auch in Adelskreisen endlich ein Thema wird.

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