Prinz Harry reicht nächste Klage ein

Prinz Harry legt nach. Der britische Royal hat nun eine weitere Klage eingereicht. Dieses Mal geht es um das illegale Abhören seiner Mailbox. Doch der Royal erntet auch viel Kritik für sein Handeln.

Prinz Harry setzt zum Rundumschlag an. Inzwischen reden einige Medien sogar schon von einem Krieg zwischen Prinz Harry und der britischen Presse.  © picture alliance / ANP

Prinz Harry setzt zum Rundumschlag an. Inzwischen reden einige Medien sogar schon von einem Krieg zwischen Prinz Harry und der britischen Presse.

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Prinz Harry verklagt britische Boulevardblätter

Diesen Schritt wird er sich gut überlegt haben. Prinz Harry hat nun schon die nächste Klage eingereicht. Der Enkel von Queen Elizabeth geht juristisch gegen die Verlage der Zeitungen „The Sun“ und „Daily Mirror“ vor. Angeblich haben die Medienhäuser illegal seine Mailbox-Nachrichten abgehört. Dies hat der Buckingham Palace laut „Sky News“ bestätigt. Vertreten wird der Royal von der Kanzlei Clintons LLP.

Es ist nicht das erste Mal, dass Prinz Harry belauscht wurde. 2011 wurden der Brite, sein Bruder Prinz William und mehrere Tausend Prominente von der Zeitung „News of the World“ abgehört. Das Blatt von Medienunternehmer Rupert Murdoch wurde inzwischen eingestellt. Ihm gehört auch „The Sun“. Nähere Zusammenhänge sind bisher nicht geklärt.

Weiterer Abhörskandal im britischen Königshaus?

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Harry in einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Dort prangerte er die „skrupellose Kampagne“ gegen seine Frau an. Denn die „Mail on Sunday“ hatte einen privaten Brief von Herzogin Meghan an ihren Vater veröffentlicht. Zudem warf er der britischen Boulevardpresse vor, seine Frau ebenso zu verfolgen wie einst seine Mutter. Prinzessin Diana starb 1997 bei einem Autounfall auf der Flucht vor den Paparazzi. „Meine größte Angst ist, dass die Geschichte sich wiederholt“, erklärte der Rotschopf. Herzogin Meghan reichte Klage gegen das Medienunternehmen ein. Angeblich wurden weder die Queen noch Prinz Charles oder Prinz William zuvor informiert.

Das Boulevard-Blatt ließ sich von den Vorwürfen nicht beeindrucken. „Die ,Mail on Sunday’ steht zu der von ihr veröffentlichten Geschichte und wird diesen Fall energisch verteidigen. Insbesondere bestreiten wir kategorisch, dass der Brief der Herzogin in irgendeiner Weise bearbeitet wurde, die seine Bedeutung geändert hat“, heißt es von der Zeitung.

Piers Morgan schießt weiter gegen die Sussexes

Vom Volk erntet das Paar zum größten Teil Unterstützung. Viele Briten finden es richtig, dass sich Prinz Harry und Meghan wehren. Britische Journalisten reagieren auf die Klage bisweilen aber mit Hohn und Unverständnis. Allen voran Piers Morgan. Der Journalist war nach eigenen Angaben einst mit Herzogin Meghan befreundet. Nachdem sie Prinz Harry kennenlernte, soll sie den Kontakt aber abgebrochen haben.

In seinen Augen sind die Sussexes selbst Schuld an der Situation. „Hör auf das Opfer zu spielen, Harry – du und Meghan habt selbst für die negative Presse gesorgt und gerade, als ihr das Blatt wendet, ruiniert ihr alles“, so der Brite.

Auch auf den Unfalltod von Prinzessin Diana geht er ein. „Die Presse hat Diana nicht getötet, ein rasender, betrunkener Fahrer hat Diana getötet“, betont Piers Morgan. Auch der sonst königstreue Reporter Chris Ship hinterfragte das Timing der Klagewelle: „Warum jetzt? Warum den letzten Tag einer überaus erfolgreichen Tour überschatten?“

Herzogin Meghan und Prinz Harry werde ihre Gründe haben. Gründe, die vielleicht noch nicht bekannt sind. „Ich habe gerade meine Dokumentation über Harry und Meghan in Afrika beendet. Ich denke, es wird einiges erklären, wenn es läuft“, erklärte der britische Journalist Tom Bradby. Und vielleicht wird dann klar, was das Fass wirklich zum Überlaufen brachte.